cbs logo cbs sails picture cbs sails picture cbs sails picture logo onesails

RIGG-TRIMM

  • Vorstag so einstellen, daß der gewünschte Mastfall korrekt eingestellt ist.
  • Oberwanten spannen.
  • Unterwanten spannen.
  • Mittelwanten immer zuletzt anziehen. (Bei mehreren Mittelwanten: Erst die unteren Mittelwanten, danach die nächsthöheren u.s.w.)

1. Vorstag-Einstellung

Der Mastfall ändert kaum die Luv- oder Leegierigkeit des Bootes, und kann deshalb vorab festgelegt werden.
Die Vorlieklänge P des Großsegels wird mit dem gewünschten Mastfallfaktor multipliziert.
Bei wenig Wind hängt man ein passendes Gewicht ins Großfall, unterm Großbaum. (Das Großfall hängt jetzt senkrecht.) Mit dem Verstellen des Wantenspanners des Vorstags läßt sich jetzt der Mastfall einstellen, bis das errechnete Maß in Baumhöhe eingestellt ist. Ist das Boot unruhig, kann das Gewicht zur Dämpfung in einen Eimer Wasser eingetaucht werden.

Normaler Mastfall:

7/8-getakeltes Regattaboot: 3,5 Grad = 61 mm/Mtr.Mastlänge

7/8-getakeltes Boot für C/R: 2,0 Grad = 35 mm/Mtr.

Topgetakeltes Regattaboot: 1,0 Grad = 18 mm/Mtr.

Topgetakeltes Boot für C/R: 0,5 Grad = 9 mm/Mtr.

 

Beispiel:

(7/8-getakelt, C/R) P = 11,2 Meter. Mastfallfaktor = 35 mm/Mtr. Abstand zwischen Hinterkante Mast und senkrechtem Großfall: 11,2 x 35 mm = 392 mm
Der Mast sollte längsschiffs auf das J-Maß im Decksloch festgekeilt sein, und der Mast soll sich unter Deck nicht krümmen.
Jetzt steht der Mast korrekt in der längsschiffs Richtung.
Der nächste Abschnitt beschreibt die Querschiffs-Einstellung.

 

2. Oberwanten spannen

Oberwanten spannen. Wantenspanner von Hand anziehen, bis die Lose raus ist. Kontrollieren, dass beide Wantenspanner gleich lang sind. Jetzt steht der Mast im Oberwanten-Punkt korrekt - Querschiffs.


Anziehen der Oberwanten:

Drahtseilriggs und Rodriggs recken sich unter Last, und ziehen sich zusammen bei Entlastung. Bei wachsender Krängung wächst die Belastung und durch den Reck lehnt sich der Mast nach Lee. Dieses kann man durch Vorspannen der Wanten reduzieren. Sinnvolle Vorspannung ist zwischen 15-20% der Bruchlast.
Dieses entspricht einem Reck von: Bei Drahtseil: 3-5 mm pro Mtr. Wantlänge, Bei Rod: 2-3 mm pro Mtr. Wantlänge.

 

Beispiel:

7/8-getakelt, Cruising/Racing.
Oberwantenlänge 10,6 Mtr. (Ca. I-Länge im Meßbrief) x 4 mm = Mittlere Spannung = 42 mm. Die Oberwanten werden jetzt angezogen, bis die Wantenspanner an Steuerbord und an Backbord 42 mm kürzer sind.
Jetzt sind die Oberwanten korrekt angezogen und werden gesichert.
Änderungen an den Oberwanten sollten jetzt nicht mehr vorgenommen werden.

 

3. Unterwanten spannen

Der Mast steht jetzt richtig längsschiffs und quer im Oberwanten-Punkt. Zwischen Oberwant-Punkt und Deck soll der Mast jetzt eingestellt werden, daß der Mast gerade steht. Die Unterwanten bestimmen, wo der Mast in Salinghöhe steht, bei Mehrsalingriggs bei der unteren Saling.


Angefangen wird wieder ohne Werkzeug.


Steht der Mast auf dem Kiel, werden gleichzeitig mit der Handeinstellung der Unterwanten die seitlichen Keile im Deckkragen eingesetzt. Steht der Mast durch Handverstellung gerade, werden die Unterwanten mit Werkzeug festgezogen. Beim Festziehen zählt man die Umdrehungen und sorgt dafür, daß beide Wantenspanner gleich angezogen werden.
Die Unterwanten recken sich auch unter Last, sind jedoch kürzer und sind anders belastet.
Soviel sollten Unterwanten angezogen werden:

Riggs mit 1 Saling: 50% der Oberwant-spannstrecke,

Riggs mit 2 Salinge: 40% der Oberwant-spannstrecke,

Riggs mit 3 Salinge: 30% der Oberwant-spannstrecke.

 

Beispiel:

Selbes Boot wie vorher, mit 2 Salingen: 42 mm x 40% = 17 mm
Die Unterwanten werden jetzt an beiden Seiten 17 mm angezogen und gesichert. Im Deck wird der Mast mit Holz- oder Plastik-Keilen in der festgestellten Position fixiert.

Wichtig:
Die korrekte Mastplazierung ist nicht immer mitten im Decksloch!

 

4. Mittelwanten anziehen


Ein Rigg mit 2 Satz Salingen, oder mehr, kann die Mittelwantenspanner an Deck continious Rigg), oder an der Saling (discontinious Rigg) haben. Die Mittelwanten werden immer zuletzt angezogen. Bei mehreren Satz Mittelwanten die Unteren zuerst, danach die Oberen. Wie bei den anderen Wanten auch, anfangs die Lose von der Hand wegspannen.

Soviel werden die Mittelwanten angezogen: (in % der Oberwant-Spannlänge)


  Continious Riggs Discontinious Riggs
Rigg mit 2 Satz Salinge: 20% 10%
Rigg mit 3 Satz Salinge: untere 15%
obere 10%
untere 8%
obere 5%

 

Beispiel:

Selbes Boot, jedoch jetzt mit 2 Satz Salinge:
Unterwanten: 40% x 42 mm = 17 mm
Mittelwanten continious: 20% x 42 mm = 8 mm
Mittelwanten discontinious: 10% x 42 mm = 4 mm

Bei 3 Satz Salinge, continious:
Unterwanten: 30% x 42 mm = 13 mm
Untere Mittelwanten: 15% x 42 mm = 6 mm
Obere Mittelwanten: 10% x 42 mm = 4 mm

Bei 3 Satz Salinge, discontinious:
Unterwanten: 30% x 42 mm = 13 mm
Untere Mittelwanten: 8% x 42 mm = 3 mm
Obere Mittelwanten: 5% x 42 mm = 2 mm

Die Mittelwanten werden entsprechend der angegebenen Berechnungsmethode ausgerechnet und angezogen bzw. gesichert.
Jetzt hat das Rigg den Grundtrimm. Beim Segeln wird festgestellt, ob eine Feintrimmung nötig ist.
Beim ewt. Feintrimmen soll man immer beide Seiten gleich ändern.


Feintrimm

Bisher haben wir etwa 95% des Trimmens beleuchtet. Die restlichen 5% sind schwieriger. Über die Jahre haben wir die häufigsten Probleme und die möglichen Ursachen notiert.

 

Problem
Mögliche
Ursache:
Das Boot ist luvgierig
K
Das Boot ist leegierig
J
Das Boot ist auf einem Bug leegierig, auf dem anderen Bug luvgierig
C-H-I-J-K
Das Boot geht nicht hoch genug an den Wind
J
Die Bootsgeschwindigkeit an der Kreuz zu gering
K-L-M
Der Mast pumpt
A-E
Der Mast ist zu steif
B-F
Der Mast ist zu weich
A-E
Der Mast macht S-Schläge zwischen den Salings
D-G

 

A-Z
Mögliche Ursachen:
A
Der Mastfuß (auf Kiel) ist zu weit nach hinten gesetzt.
B
Der Mastfuß (auf Kiel) ist zu weit nach vorne gesetzt.
C
Der Mast steht nicht mitten im Boot.
D
Der Mastfuß (auf Deck) tritt nur einseitig auf die Spur.
E
Der Mastfuß (auf Deck) tritt nur hinten auf die Spur.
F
Der Mastfuß (auf Deck) tritt nur vorne auf die Spur.
G
Der Mast (auf Kiel) ist im Deck seitlich versetzt.
H
Die Oberwanten sind nicht gleiche Länge. Der Mast steht nicht senkrecht.
I
Die Püttings haben nicht gleiche Höhe. Der Mast steht nicht senkrecht.
J
Der Mast geht in der Mitte nach Luv, oben nach Lee.
K
Der Mast geht in der Mitte nach Lee, oben nach Luv.
L
Der Mast macht S-Schläge zwischen den Salings.
M
Der Steuermann kann nicht steuern.